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Mittwoch, 7. Januar 2015

Küchengefäßständer

"Küchengefäßständer" ist wohl auch eine eher selten anzutreffende Bezeichnung für einen "Einrichtungsgegenstand". Aber genau das ist es und nur für diesen Zweck wurde es gebaut.
Wie schon bei den letzten beiden Projekten, konnte ich dabei wunderbar Resthölzer verwenden - dieses Mal Fichte Leimholzbretter (aus denen ich gerne Schablonen oder Werkstatthilfen baue).

Auch hier wollte ich wieder Zinken. Wie gesagt: Übung hat man nie genug.


Bei der Zinkeneinteilung wollte ich etwas mit Ungleichmäßigkeit experimentieren. Davon habe ich mir erwartet, dass es dem ansonsten sehr einfachen Werkstück eine interessante Note geben könnte.
Im Endergebnis sieht es dann aber eher aus, als wäre beim Zinken ein Fehler passiert. Naja, aber woher wüsste man's, wenn man es nicht probiert...

Für die runden Gefäße sollten entsprechende Vertiefungen ins Holz - für einen sicheren Stand.
Also auf die Schnelle - wieder einmal - einen Fräszirkel improvisiert. Das geht eigentlich sehr einfach. Ich habe noch nie einen kommerziell erhätlichen Fräszirkel vermisst.


Damit werden die verschieden großen, begrenzenden Kreise mit einem Nutfräser ausgefräst...


...und danach wird mit der großen Oberfräse und einem 30mm-Planfräser der Rest entfernt.


Und dann war es eigentlich auch schon wieder fertig. Querstreben wurden dieses Mal nicht vorgesehen. Das Holz hat eine Dicke von 28mm. Bei den kleinen Dimensionen des Werkstückes und durch die Zinkenverbindung ist die Stabilität für den Zweck mehr als ausreichend.
Behandelt wurde mit schlichter Leinölfirnis.



Die Gefäße haben einen Durchmesser von 22cm bzw. 19cm und sind zur Aufbewahrung von Gemüse vorgesehen.

Donnerstag, 10. März 2011

Resteverwertung - Ein Schneidbrett

Den Bau des Schreibtisches empfand ich für ein Erstlingswerk als Großprojekt. Nun wollte ich etwas Schnelles über die Bühne bringen, das keine lange Planung erfordert.
Zudem wollte ich meine neuen Maschinen ausprobieren (nagelneue TKS und ADH) und dazu gleich ein paar Holzreste verwerten.
Ich nahm mir daher ein einfaches Schneidbrett vor.

Die Idee

Damit es nicht allzu einfach und auch nicht allzu alltäglich wird, sollte es ein Hirnholzbrett werden, mit konstruktiven Wagnissen.
Darüber hatte ich in den letzten Wochen gelesen und es hat mein Interesse geweckt. Ein Brett mit Hirnholzfläche soll der Schneide des Küchenmessers gut tun, da die stehenden Holzfasern vor der Schneide "beiseite weichen" können. Ob das stimmt kann ich schwer beurteilen, aber es klingt zumindest recht plausibel.

Die Brettfläche

Ich begann damit, Streifen von einem gehobelten Brett zu sägen und so zu verleimen, dass das Hirnholz eine Fläche bildet.

Nach dem Verleimen erhielt ich eine sehr unebene Fläche, weil ich einerseits offenbar die Kanten nicht exakt gefügt hatte und andererseits beim Verleimen alles etwas verrutscht ist.

Hirnholzhobeln ist eine eigene Disziplin, gerade bei einer ganzen Fläche von selbigen. Nichts für Hobelbeginner wie mich, deren Bestand an Handhobel aus einem Rali und einem Einhandhobel besteht.

Über die Abrichte bzw. durch den Dickenhobel wollte ich es auch nicht schieben, weil ich Zweifel hatte, ob es mir dabei nicht die zusammen geleimten Klötze in ihre Einzelteile zerlegt.

Kein Problem: Ideale Gelegenheit, eine andere Technik zu versuchen: Die Fläche wird mit der Oberfräse plan gefräst.


Gesagt, getan. Kleine Vorrichtung gebastelt und los ging's.














Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend:
absolut eben.
Die Kanten müssen ohnehin noch behandelt werden, also sind die Ausrisse egal.





Die Herausforderung

Ein Nachteil einer Hirnholzkonstruktion ist, dass das Holz auf diese Weise unter Einwirkung eines Küchenmessers oder Hackebeils leicht gespalten werden kann.
Die großen, schweren Hackpflöcke eines Fleischers sind (oder waren früher?) oft mit Hirnholzflächen gefertigt. Damit der Fleichhacker nicht zum Holzhacker wird, sind diese Bretter oft mit Stahlgürtel ummantelt, die das Holz zusammenhalten.
Da ich kein Metaller bin, sieht mein Ansatz einen Holzrahmen vor, der überdies dekorativ wirken soll.

Damit das ganze gut hält, wird eine Feder eingeleimt.












Das Wagnis

Hier befindet sich der konstruktive Fauxpas. Ich verleime Längs- mit Querholz und das bei einem Teil, der aufgrund seiner Verwendung in der Küche öfters Feuchtigkeits-/Trocknungszyklen unterworfen sein wird.
Ich bin schon gespannt, ob und wie lange das Brett halten wird, bevor die Gehrungen des Rahmens durch eine sich ausdehnende Brettfläche gesprengt werden - oder ob die Absperrung durch den Rahmen kräftig genug ist.
Das Schneidbrett ist in dieser Hinsicht also auch ein Versuchsballon, um das tatsächliche Verhalten des Holzes in der Praxis zu studieren.

Das Ergebnis
Das Finish nach dem Schleifen erfolgte mit Olivenöl. Somit brauche ich mir keine Gedanken um die Lebensmitteltauglichkeit zu machen.
Und so sieht es dann aus...

Es war sehr befriedigend, dieses mal in kurzer Zeit zu einem greifbaren Ergebnis zu kommen.

Als Holz habe ich Ahorn & Mahagoni verwendet.


UPDATE März 2012:
Nach einem Jahr intensiver Nutzung ein Blick auf die Holzverbindungen: noch alles dicht? Spannungen durch die Längs-/Querholzverleimung?
Alles bestens! Die Oberfläche ist vom Messer zwar schon etwas gezeichnet, aber die Ecken schauen noch tadellos aus.